Donnerstag, Juni 30, 2011

in other, unrelated news


habe meine zusage bekommen. sogar noch mehr als erhofft & auch eine zula zu dem thema angeboten bekommen. wenn die hausarbeit also läuft, dann ist alles spitze. mehr kann ich für das ende meines studiums eigentlich gar nicht wollen. naja, eins noch, aber das hat sich jetzt mit meinem der panik und dem papierstress nachgeben erledigt: die beiden staatsexamen gesplittet schreiben. naja, im frühling dann. denn bis dahin habe ich alles andere im griff.

wenn köpfe aus glas wären.

den regentropfen hinterherstarren & sich fragen: was passiert eigentlich, wenn man seinen doppelgänger, seinen zwilling im geiste trifft?
den anderen hassen oder dem extrovertierten narzißmus verfallen? aber was heißt das jemanden zu hassen, bedenklich & beängstigend finden, weil er einem so furchtbar ähnelt? fürchtet man um seine eigene individualität? oder kann man sich nur selbst als mensch im grunde nicht ausstehen? es heißt immer, um andere lieben zu können, muss man sich erst einmal selbst ausstehen können. also was sagt das über jemanden, wenn er sich selbst trifft & dann angst kriegt?

Montag, Juni 27, 2011

noch mehr verwegenheit,

[click! für größere ansicht]


das war der stand der dinge für mein paper proposal gestern. & ich bin baff über die vielen positiven nachfragen unter dem post vom screenshot auf fb, interesse beim shoot selbst, die interessierten mails und die begeisterten ermutigungen, hilfsbereitschaft & interesse. liegt das am thema? liegt das am format? liegt das daran, dass ich alles in allem falsch studiert habe, oder was die mögliche themengebung angeht schlichtweg einfach das falsche studium gewählt habe? zu diesen fragen keine antworten, nur verwirrung. aber daumen drücken am dienstag: ich gehe den vorschlag abgeben & hoffe auf das beste - ein bisschen mehr als nur eine zustimmung für dieses projekt statt einer 30 seiten langen, literatur zerrupfenden hausarbeit in der literaturwissenschaft. das wird natürlich mehr aufwand, selbst wenn es bei nur 5 seiten text bleibt - aber ich werde mich weniger quälen, denn das ist doch viel mehr "ich", oder?

Sonntag, Juni 26, 2011

the most beautiful thing that i ever cut into pieces.






so wunderschön & so herrlich lecker. und ja, ich glaube mich entfernt erinnern zu können, wie man mir als kind sagte nicht mit dem essen zu spielen. ich fürchte, das war nicht ausdrücklich genug.

kulinarisches der letzten wochen.

{kartoffeln in frischkäse-verschnitt zu gebratenen auberginen streifen und salat}

{kartoffeln-linsen-ingwer curry mit koriander & erdnüssen/cashewnüssen}

{crosscooking mal anders}

{pilzbrot mit salat}

{neuer lieblingsfrühstückssnack: aprikosenstulle mit erdbeeren}

wollte erst nur ein bild posten & erzählen, dass es gar nicht so viel leckeres, spezielles gab in den letzten wochen. aber das stimmt ja gar nicht! naja, in der letzten woche gabs nicht soviel schönes und gutes. wird zeit, dass der neue monat kommt.

in the meantime


ich melde mich an für ein prokrastinations hilfeprogramm. gleich morgen...
nein, das ist schamlose übertreibung. ich komme voran. mit einigem schreiben und lesen schneller als mit anderem. aber im grunde sind es einfach zu viele baustellen auf einmal. und völlig unangebracht persönliche prioritäten; denn wenn eine hausarbeit, die ich erst nächsten märz abgeben müsste, wichtiger, schöner & spannender erscheint als das lernen fürs examen in vier wochen, dann stimmt schlichtweg etwas nicht.

derweil: mal über zeilen von gar nicht so weit weg stolpern & sich freuen, verlieben, schmunzeln.

(...) ihre Gelenke sind Zierat. Aprikosenhaut, Aprikosenmund, Aprikosenleib. Sie kommt herein und bringt weder Duft, noch Erinnerung, kein Geheimnis hält sie bereit, aber das ist nicht wichtig.

(herr winter)

Donnerstag, Juni 23, 2011

mehr verwegenheit!


so ein paar geistesblitze und anregende gespräche mit den richtigen leuten. so ein paar erkenntnisse & überlegungen später: vor lauter begeisterung nicht einschlafen können.

entweder habe ich bis auf eine handvoll seminare in den letzten 5, 6 jahren nicht richtig studiert oder ich bin immer nur an die falschen leute geraten. jetzt mal ein bisschen verwegen etwas vllt verrücktes aber definitiv ungewöhnliches und/oder schönes riskieren. die ideen sind so zahlreich da, dass man mir das eigentlich einfach erlauben muss. hausarbeit schreiben? nö. warum nicht mal kunst statt theoriennachgeplapper in den literaturwissenschaften abgeben?

Mittwoch, Juni 22, 2011

süsses oder saures.


ich sitze bei peter auf der terrasse & schaue auf ein kleines, schwäbisches stückchen land & garten hinaus, das wir seit unserem ersten besuch piccola toscana nennen & freue mich, als man mir einen espresso anbietet.
er fragt mich wie das doch noch gleich gewesen wäre, zucker zum kaffee aber keine milch? ich bejahe und kriege ein knisterndes papiertütchen gereicht. ich starre es an, mehr wegen dem aufdruck als wegen der tatsache, dass ich zum ersten mal seit langem wieder abgepackte portiönchen zucker in den händen halte, bei einer privatperson.
etwas an meinem blick lässt peter das gefühl bekommen sich rechtfertigen zu müssen und er erzählt, dass er in seinem ganzen leben noch nie eine packung zucker gekauft hat. doch, einmal, sagt er, ganz am anfang in einer sehr großen wg. aber das war gemeinschaftszucker. davor und danach nie wieder. du backst nicht, frage ich, stimmts? er bejaht meine frage und erzählt wie er irgendwann angefangen hat für sein kleines bisschen eigenbedarf an zucker einfach immer nur abgepackten zucker von unterwegs mitzunehmen. irgendwo in italien, erzählt er weiter, hat er im urlaub mit freunden beim kaffee trinken immer vier zuckerpäckchen pro tasse vorgesetzt bekommen. und beschlossen sie mitzunehmen. und seitdem wird zucker nur noch bei tschibo, der mensa oder cafés mitgenommen, wenn mehr da ist, als er für sich gerade braucht & es nicht diebstahl gleichkommt.

du hast in deinen vierzig lebensjahren nur ein einziges mal zucker gekauft? wirklich? er nickt & ich kann bei all meinem tagträumen von und sehnen nach etwas aussteigertum nicht anders als lächeln.

Dienstag, Juni 21, 2011

dur, zustimmung & die große frage: wer liest mir jetzt vor?

ich mochte das buch im großen & ganzen nicht, aber einige passagen waren lesenswert & schön. ich wünschte ich könnte den ganzen tag zubringen mit mich-über-schöne-sätze-und-wörter-freuen.


Ein Jonisches Ohr will nicht nur ergötzt, es will bezaubert sein. Die Annehmlichkeit der Stimme, die Reinigkeit und das Weiche der Aussprache, die Richtigkeit des Accents, das Muntre, das Ungezwungene, das Musicalische ist nicht hinlänglich; wir fordern eine vollkommene Nachahmung, einen Ausdruck, der jedem Teile des Stücks, jeder Periode, jedem Vers das Leben, den Affect, die Seele gibt, die sie haben sollen; kurz, die Art, wie gelesen wird, soll das Ohr an die Stelle aller übrigen Sinne setzen.

C. M. Wieland, Die Geschichte des Agathon (1766)

Montag, Juni 20, 2011

4/4


leseliste aktualisiert, zeug sortiert, wohnung partiell geputzt, hilfreiches & liebes telefonat geführt, gekocht, jetzt endlich offizielle zusagen für meine deutschprüfer bekommen, kopf frei gekriegt & eine große erleichternde entscheidung getroffen. einfach mal im leben aufräumen, der rest wird von alleine gut.

1/8 vs 7/8

ich bin noch nicht fertig das ganze zu überdenken, kaputtzugrübeln & im kopf hin und her zu wälzen. aber zumindest bin ich wieder runtergekommen. immerhin etwas.

was sind schon 720 übrig gebliebene seiten, wenn man 7903 andere seiten hat, unter denen man sich am liebsten heulend vergraben möchte?

Sonntag, Juni 19, 2011

liebes hirn,


mittagsschlaf machen in der hoffnung, dass es irgendwie hilft beim kopfruhigkriegen. wäre ich nicht für ein fotoshooting verabredet, dann würde ich jetzt schon realitätseskapismus begehen. liebes hirn, halt doch einfach mal die fresse.

Samstag, Juni 18, 2011

lernen & staunen mit walter benjamin.

zwischen all dem gedankenwälzen, in sich hineinlauschen & grübeln alte schätze wiederentdecken.


{mal gebiss zeigen; stuttgart juli 2011}


Walter Benjamin:

Der destruktive Charakter

(Fragment, 1931)

Es könnte einem geschehen, dass er, beim Rückblick auf sein Leben, zu der Erkenntnis käme, fast alle tieferen Bindungen, die er in ihm erlitten habe, seien von Menschen ausgegangen, über deren „destruktiven Charakter“ alle Leute sich einig waren. Er würde eines Tages, vielleicht zufällig, auf diese Tatsache stoßen, und je härter der Choc ist, der ihm so versetzt wird, desto größer sind damit seine Chancen für eine Darstellung des destruktiven Charakters.
Der destruktive Charakter kennt nur eine Parole: Platz schaffen; nur eine Tätigkeit: räumen. Sein Bedürfnis nach frischer Luft und freiem Raum ist stärker als jeder Hass.
Der destruktive Charakter ist jung und heiter. Denn Zerstören verjüngt, weil es die Spuren unseres eigenen Alters aus dem Weg räumt; es heitert auf, weil jedes Wegschaffen dem Zerstörenden eine vollkommene Reduktion, ja Radizierung seines eignen Zustands bedeutet. Zu solchem apollinischen Zerstörerbilde führt erst recht die Einsicht, wie ungeheuer sich die Welt vereinfacht, wenn sie auf ihre Zerstörungswürdigkeit geprüft wird. Dies ist das große Band, das alles Bestehende einträchtig umschlingt. Das ist ein Anblick, der dem destruktiven Charakter ein Schauspiel tiefster Harmonie verschafft.
Der destruktive Charakter ist immer frisch bei der Arbeit. Die Natur ist es, die ihm das Tempo vorschreibt, indirekt wenigstens: denn er muss ihr zuvorkommen. Sonst wird sie selber die Zerstörung übernehmen.
Dem destruktiven Charakter schwebt kein Bild vor. Er hat wenig Bedürfnisse, und das wäre sein geringstes: zu wissen, was an Stelle des Zerstörten tritt. Zunächst, für einen Augenblick zumindest, der leere Raum, der Platz, wo das Ding gestanden, das Opfer gelebt hat. Es wird sich schon einer finden, der ihn braucht, ohne ihn einzunehmen.
Der destruktive Charakter tut seine Arbeit, er vermeidet nur schöpferische. So wie der Schöpfer Einsamkeit sich sucht, muß der Zerstörende fortdauernd sich mit Leuten, mit Zeugen seiner Wirksamkeit umgeben.
Der destruktive Charakter ist ein Signal. So wie ein trigonometrisches Zeichen von allen Seiten dem Winde, ist er von allen Seiten dem Gerede ausgesetzt. Dagegen ihn zu schützen, ist sinnlos.
Der destruktive Charakter ist gar nicht daran interessiert, verstanden zu werden. Bemühungen in diese Richtung betrachtet er als oberflächlich. Das Mißverstandenwerden kann ihm nichts anhaben. Im Gegenteil, er fordert es heraus, wie die Orakel, diese destruktiven Staatseinrichtungen, es herausgefordert haben. Das kleinbürgerlichste aller Phänomene, der Klatsch, kommt nur zustande, weil die Leute nicht mißverstanden werden wollen. Der destruktive Charakter läßt sich mißverstehen; er fördert den Klatsch nicht.
Der destruktive Charakter ist der Feind des Etui-Menschen. Der Etui-Mensch sucht seine Bequemlichkeit, und das Gehäuse ist ihr Inbegriff. Das Innere des Gehäuses ist die mit Samt ausgeschlagene Spur, die er in die Welt gedrückt hat. Der destruktive Charakter verwischt sogar die Spuren der Zerstörung.
Der destruktive Charakter steht in der Front der Traditionalisten. Einige überliefern die Dinge, indem sie sie unantastbar machen und konservieren, andere die Situationen, indem sie sie handlich machen und liquidieren. Diese nennt man die Destruktiven.
Der destruktive Charakter hat das Bewusstsein des historischen Menschen, dessen Grundaffekt ein unbezwingliches Misstrauen in den Gang der Dinge und die Bereitwilligkeit ist, mit der er jederzeit davon Notiz nimmt, dass alles schief gehen kann. Daher ist der destruktive Charakter die Zuverlässigkeit selbst.
Der destruktive Charakter sieht nichts Dauerndes. Aber eben darum sieht er überall Wege. Wo andere auf Mauern oder Gebirge stoßen, auch da sieht er einen Weg. Weil er aber überall einen Weg sieht, hat er auch überall aus dem Weg zu räumen. Nicht immer mit roher Gewalt, bisweilen mit veredelter. Weil er überall Wege sieht, steht er selbst immer am Kreuzweg. Kein Augenblick kann wissen, was der nächste bringt. Das Bestehende legt er in Trümmer, nicht um der Trümmer, sondern um des Weges willen, der sich durch sie hindurchzieht.
Der destruktive Charakter lebt nicht aus dem Gefühl, dass das Leben lebenswert sei, sondern dass der Selbstmord die Mühe nicht lohnt.


Sonntag, Juni 12, 2011

was aber schön ist, selig scheint es in ihm selbst.



kurze pause von herausstellungsstrukturen, prosodie & topologie bei diesem wirren möriketextchen, dafür nachreichen von kleinigkeiten aus den letzten wochen. es ist ja nicht alles schlecht.

zwei dinge




1. man sollte mir prokrastinieren verbieten. und gif-animationsprogramme...
2. ich habe einen neuen blog-crush: das mädchen mit den locken.

Donnerstag, Juni 09, 2011

quid virtus, et quid sapientia possit / utile proposuit nobis exemplum


oder auch: wie ich martin wieland ganz schnell hinter mir ließ, um mehr anderes, schönes zu lesen. an dieser stelle mal was wichtiges, weit weg von jammern: ich bin ein bisschen verliebt. in robert walsers schreiben. warum bin ich diesem tollen autor jetzt erst begegnet?

derletzt so

{kartoffel-gemüse pizza ohne käse}

{erdbeeren-aprikosen obstsalat mit minze und waldfrucht-balsamico}

{rote früchte blätterteigtäschchen}

{curry-kürbis spinat sandwich mit bohnen und sesam}

{frühstückchen}

Unter Werwölfen.


Es bedarf dir kein Schaffen von Nyi und Nidi
um so wandelbar zu sein;
zerreißt du mir doch auch so
die Kehle im einen &
lehnst dich im nächsten Moment
tränenzerwühlt zwischen meine
Schlüsselbeine und Arme.

(08/06/2011)

oração

linguistisches intermezzo

zerbrich dir nicht wortkoepfe ueber
semantische zeilensprünge mit
verkniffenem kommatourrete,
mein grammatikalischer dramatist.

(08/06/2011)

Montag, Juni 06, 2011

thank you, mr cummings!

we do not believe in ourselves until someone reveals that deep inside us something is valuable, worth listening to, worthy of our trust, sacred to our touch. once we believe in ourselves we can risk curiosity, wonder, spontaneous delight or any experience that reveals the human spirit.”

(e.e.cummings)

Mittwoch, Juni 01, 2011

all you need is laugh.


ein spaziergang und ein sechs stunden langes kaffee trinken später ist die welt wieder ein bisschen in ordnung. gefühlt, aber nicht faktisch und für lang. bis dahin waren es viel zu viele wutzigaretten, neue gefährliche sommerschuhe & ein wieder sehr viel kürzerer haarschnitt.

ich muss aufhören mir gedanken zu machen. das nur im jetzt leben fällt mir furchtbar schwer.

ich hoffe bei euch ist alles zumindest halbwegs im lot, hasen?