Dienstag, August 26, 2014

die zeit heilt alle wunder (II)

die zeit streicht ins land & von zeit zu zeit stolpert mir aus dem briefkasten noch eine absage aus einer bewerbungsphase entgegen, die ich mental anscheinend schon lange abhakt hatte. absagen aus einem leben, das ich mental abgehakt habe. fürs erste, vorübergehend, vielleicht.
das süddeutsche schulsystem und ich haben schluss gemacht, nicht in beiderlei einvernehmen. aber wir wollen freunde bleiben - in der hoffnung, dass man in besseren tagen wieder sinntragend zueinander findet.

klingt wie ein ammenmärchen aus einer verzweifelten rom-com, stimmts?
nun, es gilt abzuwarten. denn inzwischen habe ich mich aus lauter sorge ewig in diesem unschönen lebensabschnitt festzuhängen - finanziell und gedanklich eingeschüchtert - tatsächlich nach "anderswo" meine fühler ausgestreckt. und bei all dem bangen, suchen, warten, hoffen, bangen (in dieser reihenfolge) schaffe ich andere dinge. nachdenken. zur  ruhe kommen. in mich gehen. menschen wiedertreffen, für die ich eineinhalb jahre in der versenkung verschwunden bin. wieder akademischere gespräche führen, wieder uni-luft schnuppern und vermissen. drüber nach sinnen, was ich eigentlich will. und wie ich alles, was ich will, umsetze. zeitlich, zwischenmenschlich, finanziell. aufräumen, mit altlasten, mit luftschlössern, mit statussymbolen, die ja doch keiner braucht. ich jedenfalls nicht. ich räume auf und sortiere neu. ich warte.

ich nutze die ganze abwarterei auf absagen, rückmeldungen, zusagen, terminvereinbahrung mit anderen dinge. lesen. längst überfällige briefe schreiben. mehr lesen. noch mehr nachdenken. blättern & staunen. schreiben.

ich halte meine füsse still & bin im kopf schon woanders.

Sonntag, August 03, 2014

long time no see!


es ist überstanden, es ist überlebt, es ist vorbei. die ekligsten achtzehn monate meines lebens a.k.a. referendariat sind überlebt, sogar mit einer zwei vorm komma. zu verschiedenen anlässen, an denen ich alles hinschmeißen und sein lassen wollte, habe ich mich mit "hauptsache bestehen, egal wie schlecht, egal ob vier null oder drei fünf" über wasser halten lassen, mein ausbilder hat mich überredet, mir mut gemacht, meine engsten freunde und der lieblingsmensch haben mich ausgehalten, ertragen und getröstet - immer und immer wieder.
und jetzt ist es vorbei. das ref. diese eklige sache voll von druck, psychoterror und stress. ich habe bestanden, mit einer leistung, die mich angesichts der beschreibung ("zwei" heißt "gut" heißt "erfüllt ALLE bedingungen und hat ALLES richtig gemacht") staunen lässt. jetzt läuft bereits die fünfte bewerbungsphase und ich bin ob der unschönen aussichten in wiederkehrenden, aufeinanderfolgenden phasen (aufregung, nervosität, kopfkino, vorfreude, ungeduld, enttäuschung) ordentlich aus der puste und entsetzt über ein intransparentes, unfaires, inkorrektes system. es bleibt nur das abwarten und weiterhoffen - drückt die daumen!

in der zwischenzeit versuche ich, mich nicht allzu sehr kaputt zu grübeln, zu verzweifeln und die angenehmen großen und kleinen dinge im leben zu genießen, die man mit einerseits freizeit, andererseits minimalsbudget, und suchen + sorgen im hinterkopf so haben kann. low budget-küche, menschen wiedersehen und endlich mal schulunbezogen lesen zum beispiel.

dazu bald mehr, ich freue mich, dass hier wieder mehr zeit hinfließen kann. wie ist es euch mittlerweile so ergangen?
-m