Montag, Dezember 29, 2014

be careful what you wish for.

denn so schnell kann es gehen, dass sich wünsche erfüllen. anfang januar hat mich stuttgart wieder, zwei tage vor den weihnachtsferien hatte ich ein unverhofftes vorstellungsgespräch (das schlimmste, das ich je hatte) - aber so kann es gehen. die zeit bis zum sommer ist damit erstmal klar. & dann sieht man weiter.

womöglich wird mir tübingen wieder sehr schnell fehlen. zum glück gibt es wochenenden!

Sonntag, Dezember 14, 2014

souvenir, substantiv (n)


  1. die fähigkeit, vergangene informationen zu behalten und wieder aufzurufen.
  2. ein bestimmter gedanke, der im gedächtnis verblieben ist; erinnerung.
  3. ein kleiner gegenstand, der erinnerungen an ein bestimmtes ereignis oder eine bestimmte person hervorrufen soll; andenken.

aus jeder beziehung nimmt man erinnerungen, andenken, erfahrungen mit. jedes zwischenmenschliche miteinander von gewisser dauer prägt einen nachhaltig - im guten wie im schlechten. man lernt aus fehlern & verbucht so manche katastrophe unter „groß e wie erfahrung (schlecht)“, man nimmt sich vor, diesen oder jenen fehler nicht mehr zu machen & das schließt so manches mal den ganzen menschen mit ein. oder eine macke, schlechte angewohnheit oder einen gewissen typ menschen.
bisher hatte ich mit meinen beziehungen irgendwie mehr pech als glück & ich habe mich von einem berg schlechter erfahrungen zum nächsten geschleppt, mit viel dabei entstandenem ballast, den man dann mit in die nächste beziehung mitnimmt. aber man wächst auch mit diesen unter „groß e wie erfahrung“ gemachten erinnerungen und momenten, man wird so die person, die man ist – im guten wie im schlechten. nicht ganz unähnlich eternal sunshine of the spotless mind fragt man sich manchmal, ob man manche erfahrungen (inklusive leute) manchmal lieber nicht hätte haben wollen, wenn man denn könnte. & trotz so vieler, vieler schlechter momente, erinnerungen, erfahrungen & schmerz, kann man das nicht wollen. denn sonst wäre man nicht der mensch geworden, der man jetzt ist. & einige (überraschenderweise wenige) dinge, nimmt man dann doch als - wohlgemerkt gute - souvenirs aus beziehungen mit, selbst wenn man den menschen komplett aus dem leben gestrichen hat.


menschen, viele menschen & bekanntschaften – einige hat man sogar behalten. diverse kenntnisse über ostasien, die dortige küche, sprache & kultur inklusive dem dazugehörigen studium (manche dozenten denken bis heute, dass ich dieses fach selbst bei ihnen studiert habe).

neugierde beim kochen, viele lebensmittel. lust lebensmittel komplett selbst zu machen und zu probieren. eindrücke in akademische verbindungen als großes über den eigenen tellerrand schauen. swing & jazz. DIE frisur. kenntnisse bei whiskey. die tätowierung auf dem rechten handgelenk.

wissen um wein. literatur der französischen existenzialisten. das wissen, wie man in museen fürchterlich ärger oder großartige private führungen kriegen kann.

die allerwundervollste französische chicoreesuppe.

jetzt habe ich das glück, mich inzwischen ganz gut selbst abzukönnen beziehungsweise mit mir umgehen zu können. diese souvenirs sehe ich also inzwischen als andenken an etwas ein wenig gutes, das mich zu dem gemacht hat, wie ich bin. oder eher bereicherung als andenken. denn die personen, von denen ich die souvenirs habe, möchte ich nicht wieder. ich vermisse sie nicht, ich trauere den gemeinsamen tagen kein stück nach, ich habe sie aus guten gründen aus meinem leben gestrichen & bin nicht an einem sonderlich freundschaftlichem verbleiben jenseits des zivilen umgangs miteinander interessiert.


so über die vielen jahre verteilt mögen die oben aufgezählten souvenirs als läppisch oder wenig erscheinen. es sind auch nur die wenigen guten, denn die schlechten erfahrungen haben deutlich mehr gewogen. dass mir die listen so kurz und lächerlich wenig vorkommen, liegt aber vor allem daran, dass ich das glück habe, derzeit mit einem menschen zusammen zu sein, mit dem die liste sehr sehr viel länger wäre. nicht nur, weil man aus bereits gemachten erfahrungen und fehlern gelernt hat & daran gewachsen ist. sondern weil ich hier nicht das gefühl habe, dass es sich bei den neuen erfahrungen um andenken aus einer irgendwann mal vergangenen zeit handeln wird.

Dienstag, Dezember 09, 2014

2 x stuttgart

der dezember schleicht langsam aber stetig voran & ich fange an, mich auf ein paar ruhigere tage mit dem mann zu freuen. es ist das erste weihnachten seit meinem auszug, an dem ich nicht so wirklich zu meinen eltern fahre; es wird zeit für eigene traditionen & konsequenzen im familiären umfeld. meine mutter scheint ein bisschen traurig deswegen, aber ich freue mich auf das neue im hier und bei mir. bei ihm. nicht in stuttgart.

ich vermisse die stadt ein wenig. ich habe im ref bei weitem nicht so viel zeit in ihr verbracht & sachen unternommen, kennengelernt und dinge gesehen, wie ich eigentlich gedacht & mir vorgenommen hatte. aber trotz dieser schlimmen zeit ist mir die stadt ans herz gewachsen. ich habe sie lieb gewonnen & besser kennengelernt. & reagiere immer noch empört, wenn jemand im gespräch sagt, stuttgart sei hässlich, lieblos, dreckig, uncharmant. stuttgart hat wunderschöne ecken, schöne winkel, bezaubernde aussichten.

vor kurzem wurde ich nach einer fototour in tübingen mit einem bekannten gebeten, ihm doch mal "mein stuttgart" zu zeigen. schwierig, selbst an einem ganzen fototag, aber wir haben letzte woche mal mit einer meiner lieblingsecken angefangen: dem zauberhaften heusteigenviertel. 







& weil gefühlt jeder meiner ausflüge in die stadt auch immer in die stadtbibliothek führt, ging es auch diesmal noch kurz an diesen lieblingsort, mein für zwei monate lang zweites zuhause: die von außen harsch anmutende schönheit mit einem schönen herzen, in einigen mündern "bücherknast" genannt, von timo brunke treffender "lesevollzugsanstalt". ich hatte m und g neulich erst von der bibliothek vorgeschwärmt & würde es jederzeit wieder tun. g, ohnehin büchermensch par excellence, war ganz angetan & empfahl mir auf meine schwärmereien/verteidigungen von stuttgart das blog eines entfernten bekannten mit sehr netten worten: "lies ihn. er schreibt so wie du fotos machst."

ob diese aussage nun wahr ist oder nicht, kann ich schlecht beurteilen. aber ich mag die schreibe, die impressionen & die art & weise vom zeilentiger im kessel tatsächlich sehr gerne. in diesem sinne also eine empfehlung für freunde der schönen momentaufnahmen, kleinen besonderheiten & charmaten liebenswürdigkeiten, hier zusammen mit ausflügen in die kulinaristik & zwischen bücherdeckel.


ich vermisse stuttgart ab & an. stuttgart wird immer meine jugendliebe unter deutschen großstädten sein, ich finde es schön dort, ich bin gerne da & würde gerne wieder dort wohnen. dort leben. das aber nur unter einer prämisse.

Dienstag, Dezember 02, 2014

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ich hoffe, ihr hattet einen schönen ersten advent!

es geht in die plätzchenbackzeit... was wird bei euch gebacken?